
Die Menschen
Im Dorf kennt jeder jeden. Im Sommer isst man draußen an der Mauer mit Blick auf den Sonnenuntergang, abends plaudert man auf dem Platz; wer von außen kommt, wird wie einer von hier empfangen.
Marken · Cesano-Tal
Ein Dorf in einem noch vollständig erhaltenen Mauerring mit nur einem Tor, auf einem Kamm über dem Cesano-Tal, an klaren Tagen mit Blick auf den Apennin.
Das Dorf
Sant'Andrea di Suasa ist ein Burgdorf auf dem Kamm links des Flusses Cesano, auf 265 Metern Höhe und 23 km von der Adriaküste.
Bekannt ist das Dorf für seinen mächtigen, noch vollständigen Mauerring mit einem einzigen Tor. Innerhalb der Mauern steht die Pfarrkirche Sant'Andrea; ringsum Hügel mit Weinbergen und Weizen und die historischen Orte des Tals: Mondavio, Corinaldo, Pergola, Mondolfo.
Aus der Gegend kommen die Salami di Frattula, die Zwiebel von Suasa und mehrere DOC-Weine. Die Gemeinde Mondavio, zu der das Dorf gehört, trägt die Orange Flagge des Touring Club Italiano.
Quellen: Wikipedia, e-borghi, museionline. Bericht von M. S., Einwohner, in einer Google-Maps-Bewertung.
Geschichte
Der Name erinnert an Suasa, eine Stadt vielleicht griechischen oder etruskischen Ursprungs, später der keltischen Senonen und schließlich römisches Municipium in der Cesano-Ebene. Als der Westgotenkönig Alarich sie 409 zerstörte, zogen die Bewohner auf die Hügel und gründeten befestigte Orte: Sant'Andrea und Castellone tragen bis heute den Beinamen „di Suasa“ zu Ehren ihrer Mutterstadt.
Es waren die Benediktinermönche, Gründer der nahen Abtei San Lorenzo in Campo, die das Tal trockenlegten und bestellten. Das Kloster S. Andrea erscheint schon im 9. Jahrhundert im Codex Bavarus; das Castrum Sancti Andreae entstand in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts, und um 1100 bauten die Mönche die Mauer.
Dann kamen die Jahrhunderte der Herren: Malatesta, Della Rovere, Cesare Borgia, der Kirchenstaat. Die Burg wechselte oft den Besitzer, doch die Mauer der Mönche blieb. 1869 wurde die Gemeinde Mondavio angegliedert; das Dorf hat seine Form bewahrt, ein Oval von Häusern, von der Mauer umschlossen, mit einem einzigen Tor.
Wer hier geboren ist, erzählt den Rest: Sant’Andrea war lange eine freie Gemeinde, zuerst von einem Prior geführt, als benediktinisches Zentrum mit Bindung an San Lorenzo in Campo, dann von einem weltlichen Bürgermeister. Mit der Einigung Italiens wurde es Mondavio angegliedert; das Dorf führte eine lange Beschwerde bei der Regierung, die der Erste Weltkrieg abbrach. Seitdem ist es ein Ortsteil, und das erklärt die Bewertungen, die es „leer“ finden.
Quellen: Wikipedia, museionline.
Historische Pläne zeigen das Dorf, wie es noch heute aussieht: ein Oval von Häusern, von der Mauer umschlossen, mit seinem einzigen Tor.








Veranstaltungen
Jeden Januar füllt sich das Dorf: Musik in den Gassen, Feuer auf dem Platz, die Prozession, lange Tafeln unter den Zelten. Die Festa del Nino, dem Schwein und den traditionellen Wurstwaren der Marken gewidmet, erlebte 2024 ihre einundzwanzigste Ausgabe.





Fotos vom Fest 2026: James Conrad Baker
Jeden Januar
Rund um das Fest des heiligen Antonius Abt, des Schutzpatrons der Tiere, feiert Sant'Andrea di Suasa das Schwein und die Metzgertradition der Marken: Markt mit regionalen Produkten, Verkostungen, Kinderwerkstätten, Ausstellungen, Gespräche und große beheizte Zelte mit Wurstwaren, Craft-Bier und Wein. Veranstalter ist die Associazione Pro Suasa; die Wurstwaren stammen von Schweinen aus den Marken aus der kurzen Lieferkette Io Nino.
Termine und Programm der nächsten Ausgabe auf der Seite der Festa del Nino und auf ionino.it.
Quellen: La Festa del Nino, ilturista.info, eventiesagre.it.
Die Hügel
Von der Mauer fällt der Blick ins Cesano-Tal und steigt bis zum Apennin wieder an. Die Landschaft wechselt mit den Jahreszeiten die Farbe: zartes Grün im Frühling, das Gold des Weizens im Sommer, das Rot der Reben im Herbst, Nebel und brennende Kamine im Winter. Man durchquert sie zu Fuß, mit dem Rad oder gemächlich mit dem Auto, auf Landstraßen, zwischen Rebzeilen und Olivenbäumen.



Der Wein
Die Hügel um Sant'Andrea sind Rebzeilen, so weit das Auge reicht. In weniger als einer Stunde Fahrt trifft man einige der bekanntesten Herkunftsbezeichnungen der Marken, oft direkt beim Winzer zu probieren, mit denen, die den Wein machen.


In Fratte Rosa, auf den nahen Hügeln, machen die Geschwister Avenanti Wein aus einheimischen Rebsorten und beleben alte Trauben der Gegend wieder: Bianchello del Metauro, Aleatico aus Pergola, Sangiovese der Colli Pesaresi. Neben dem Weingut liegt ein Agriturismo zwischen den Reben, wo in Terrakotta-Töpfen gekocht wird.
Leben in Sant'Andrea
Hierher kommt man nicht, um von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten zu hetzen. Man setzt sich auf den Platz, lässt sich das Dorf von Einheimischen erzählen, isst gut und sieht zu, wie sich das Licht über den Hügeln verändert. Das Meer ist, wenn man will, eine halbe Stunde entfernt.

Im Dorf kennt jeder jeden. Im Sommer isst man draußen an der Mauer mit Blick auf den Sonnenuntergang, abends plaudert man auf dem Platz; wer von außen kommt, wird wie einer von hier empfangen.

Ländliche Küche der Marken: Wurstwaren aus dem Tal wie die Frattula, die Suasa-Zwiebel, Casciotta d'Urbino g.U. und im Herbst der weiße Trüffel, der Star der nationalen Trüffelmesse in Pergola im Oktober.

Mondavio mit der Rocca Roveresca 4 km entfernt, das ummauerte Corinaldo 8 km, Pergola mit den Vergoldeten Bronzen 13 km, Urbino, UNESCO-Welterbe, 27 km. Jeden Tag ein anderes mittelalterliches Dorf.

Marotta, Senigallia und Fano sind etwa eine halbe Autostunde entfernt: In Marotta ist der Strand steinig, Richtung Senigallia wird er sandig. Für etwas wirklich Spektakuläres gibt es in etwa 40 Minuten Sirolo und Fiorenzuola di Focara.

Meiner Meinung nach
Es gibt Orte, die dir nicht viel versprechen müssen. Sie bitten dich nur, stehen zu bleiben und sie anzusehen.
— James Conrad Baker, Eigentümer der Dimora con vista
Was man sagt
★★★★★ 4,6 von 5 · 147 Bewertungen auf Google Maps
“La grande bellezza – die große Schönheit”
“Ein Italien, das es nur noch auf Fotografien gibt”
“Hier herrscht die Stille, mit einem einzigartigen Blick auf den Monte Catria”
“So viel Liebe und Zugehörigkeit von denen, die es kennen und hier leben”
“Die Festa del Nino ist ein Muss in der Gegend!”
“Nur eine Taverne, aber was für ein unglaublicher Charme!”
“Essen und Gastfreundschaft über allen Erwartungen”
“Das schönste Dorf, das ich kenne, wo meine Großeltern lebten”
„Ringsum Mauern, aber drinnen die Wüste … nicht einmal eine einfache Bar.“
„Ein Ort, an dem man den Schlüssel in der Tür stecken lassen kann … lebendiger als viele Orte, die ihr kennt.“
Beide haben recht. Wer in Eile kommt, findet ein stilles Dorf ohne Läden. Wer bleibt, versteht, warum die Menschen, die hier geboren sind, nicht weggehen wollen.
Kurze Auszüge aus öffentlichen Google-Maps-Bewertungen (November 2026), aus dem Italienischen übersetzt.
Das Dorf in Bildern










Fotos von James Conrad Baker und aus dem Archiv des Hauses; einige historische und Dorfbilder stammen aus über die Jahre im Ort gesammeltem Material. Ist ein Foto von Ihnen und möchten Sie eine Nennung oder Entfernung, schreiben Sie uns in der Facebook-Gruppe des Dorfes.
Übernachten in Sant'Andrea
Ein Panoramahaus für zwei, mit einem Eingang an der Hauptstraße und einem am Weg entlang der Mauer. Abends belebt sich das Dorf in der Dorftaverne; ringsum Dörfer, Agriturismi und Weingüter zum Entdecken.
Die Gemeinschaft
Seit 2009 vereint die Facebook-Gruppe „Sant'Andrea di Suasa e Pianaccio“ die Online-Gemeinschaft der Bewohner und Freunde des Dorfes; der Verein Pro Suasa belebt den Ort mit der Festa del Nino und den Veranstaltungen des Jahres.
Dank an die Associazione Pro Suasa und alle, die die Festa del Nino organisieren, an die Administratoren und Mitglieder der Gruppe „Sant'Andrea di Suasa e Pianaccio“ und an alle, die über die Jahre Fotos, Karten und Dokumente über das Dorf gesammelt haben. Mehr erfahren Sie in den Originalquellen.
Dorffotos von James Conrad Baker; Fotos des Hauses aus dem Inserat. Historische Bilder aus dem im Ort gesammelten Archiv. Burgplan nach Daten von © OpenStreetMap contributors. Haben Sie Fotos, Erinnerungen oder eine Korrektur? Teilen Sie sie in der Gruppe des Dorfes.